Grußwort
(Februar 2026)
Grußwort
Im Februar feiern wir ausgelassen den Karneval. Doch kaum sind diese Tage vorbei, treten wir bereits in die liturgische Zeit der Fastenzeit ein. Der erste Sonntag der Fastenzeit führt uns bewusst in die Wüste. Der Evangelist Matthäus berichtet von den vierzig Tagen, die Jesus an einem Ort der Einsamkeit verbrachte.
Warum führt uns die Liturgie der Fastenzeit in die Wüste? Warum empfangen wir am Aschermittwoch das Aschenkreuz als Zeichen der Umkehr? Und welche Bedeutung hat die Erfahrung der Wüste für unser eigenes Leben?
Eine mögliche Antwort finden wir in einer Erzählung von Bruno Ferrero, einem italienischen Salesianer. In seinem Buch „40 Erzählungen in der Wüste“ erzählt er die Geschichte „Das Weinen der Wüste“.
Ein Missionar in Nordafrika beobachtete verwundert einen Beduinen, der sich immer wieder auf den Boden legte und sein Ohr an den Sand der Wüste hielt. Als der Missionar ihn fragte, was er da tue, antwortete der Beduine:
„Freund, höre auf das Weinen der Wüste. Sie weint, weil sie ein Garten sein möchte.“
Diese kurze Geschichte hilft uns, die Bedeutung der Wüstenerfahrung zu verstehen. Auch der Mensch gleicht oft einer weinenden Wüste. In unserem Leben gibt es viele Momente der Traurigkeit, der Leere und der Erschöpfung. Doch gerade in der Stille, im Rückzug und in der Einsamkeit entdecken wir tief in unserem Herzen eine Sehnsucht: die Sehnsucht, fruchtbar zu werden, zu wachsen, ein „Garten“ zu sein.
Die Fastenzeit lädt uns ein, in diese innere Wüste zu gehen. Sie macht unsere Sehnsüchte sichtbar, stärkt unsere Entschlossenheit und hilft uns, Christus nachzufolgen, der selbst seine öffentliche Tätigkeit mit vierzig Tagen in der Wüste begann. Die Erfahrung der Wüste ist kein Weg in den Tod, sondern ein Weg zum Leben.Ich wünsche uns allen eine gesegnete Fastenzeit und eine fruchtbare persönliche Erfahrung der Wüste.
Pawel Laska, Pastor
