Fastnachtpredigt am 11. Febr. 2024

Predigt von Pfarrer Markus Grabowski
B 6. Sonntag im Jahreskreis, 11.02.2024


Quelle: Pfarrbriefservice

Liebe Schwestern und Brüder,

O mein Jesus, hilf.

In diesen Tagen sind die Karnevalisten los.
Sie geben auch uns, dem Volk Gottes einen Gedankenstoß.
Nimm das Leben nicht zu traurig, beschwerlich gar,
Hör auf den Heiland; Das Reich Gottes ist doch nah.

O mein Jesus hilf.

Das Evangelium heute von einem Aussätzigen spricht.
Sein Herz sich in tiefer Trauer und Einsamkeit bricht.
Lepra führte zur Quarantäne in biblischen Tagen.
Der Aussätzige konnte keinen Schritt mehr wagen.

O mein Jesus hilf.

Eine ansteckende Krankheit sah man damals der Sünde geschuldet,
Gott, so dachte man, rächt sie, straft,
stößt den Unreinen aus und ihn in seiner Mitte nicht duldet.
Hatte ein Mensch nur einen schwarzen Punkt auf der Haut,
Schon wies der Preiser an: Weg mit Dir: zerreiß die Kleider,
stutze dein Haar und rufe: unrein, unrein, aber laut.

O mein Jesus hilf.

Lepra macht den Menschen heute das Leben nicht mehr so zur Hülle,
Aber Aussatz, Ausgrenzung, Lagerbildung, Isolation:
davon haben wir in Saus und Fülle.

O mein Jesus hilf.

Gucken wir zunächst in den eigenen Kirchenladen.
Katholiken mit gegenseitigen Anschuldigungen
und Forderungen sich beklagen.
Was muss bleiben, was ist heilig, was ist rein,
Rom und deutsche Kirche reden sich dumm und klein.
Jesus hat dem Aussätzigen die Hand gereicht.
Er zeigt den Weg und jegliches Unheil weicht.

O mein Jesus hilf.

Auch politisch nimmt der Aussatz weiter zu.
Du bist rechts, du bist links, man wagt immer weniger die Meinung sich zu sagen:
die Mitte, der Dialog fehlt, darin besteht doch der Clou.
Nimmst du Gott und Glaubensbezug täglich raus,
baust du bald auf purem Egoismus, Werteverfall
und ideologischem Sand dein gesellschaftliches Haus.

O mein Jesus hilf.

Damals sonderten Gesunde Kranke aus,
Aus Angst vor Ansteckung, Mitverantwortung und Todesschicksal,
was für ein Graus.
Corona hat doch jetzt deutlich gezeigt,
Gesetze und Regeln ja gut, aber wie weit,
aber wie weit, damit das Unheil wirklich weicht.

O mein Jesus hilf.

Die Kultur, in der wir leben, will das Individuum bis in den Himmel erheben,
Jesus zeigt etwas anderes, du musst dich dem anderen schenken und geben.
Er vergaß nach dem Evangelium das Gesetz und den Priester wohl nicht,
auf die Liebe, die persönliche Nähe, die Zuwendung zum Kranken
und die Überwindung von Grenzen legt er größeres Gewicht.

O mein Jesus hilf.

Einer, der im Denken und Leben Jesu Erfüllung fand,
war Damian De Veuster, ein Bauernsohn aus Belgien,
Als Priester der Herz- Jesugemeinschaft
suchte er auf Hawaii sein Einsatzland.

O mein Jesus hilf.

Damian ging im 19. Jahrhundert auf die Insel Molokai ganz allein.
Dort wollte er den ausgesetzten Leprakranken ihr Seelsorger, Arzt und Beichtvater sein.
Nach dem Beispiel Jesu reichte Damian den Ausgesetzten den Leib Jesu und seine eigene Hand.
Bis er selbst von Lepra angesteckt auf der Insel seinen Tod fand.

O mein Jesus hilf.

Damian sagte vom Glauben erfüllt sehr:
„Wenn man Gott dient, ist man überall glücklich. Es fehlt nichts mehr.“
Barak Obama, selbst auf Hawaii geboren,
sprach über Damian de Veuster vor gerührten Menschenmienen,
„er hat den Stimmlosen eine Stimme verliehen.“
Die Stunde, in der wir stehen, macht viele stumm.
Der Glaube an Jesus Christus und das Beispiel der Heiligen
reißen das Ruder wieder zum Guten herum.

O mein Jesus hilf.

Der Mann, den Jesus von seinem Aussatz heilte,
nicht lange bei sich mit dieser großen Freude weilte.
Er verkündete die frohe Botschaft in jeder Ecke,
dass Jesus der Heiland sei und neue Hoffnung wecke.

O mein Jesus hilf.

Heute feiern wir den Sonntag der Kranken.
Darin müssen wir nicht verzweifelnd wanken.
Gott hat uns Jesus Christus als Arzt für Seele und Leib gegeben.
Dran können wir täglich in Gebeten und den Sakramenten Anteil nehmen.

O mein Jesus hilf.

So lasst mich schließen, Ihr christlichen Freudenkünder,
Gott sieht uns nicht ständig als beladene Sünder.
Paulus sagt es mutig an die Korinther und uns all:
„Ob ihr esst oder trinkt, oder etwas anderes tut:
Tut alles zur Verherrlichung Gottes.“  (1 Kor 10,31)
Denn ist seid gerettet, diese Botschaft soll auch zu den anderen herüber schall.

 

Jesus Christus ballt nicht die Faust, er reicht uns die offene Hand.
Nehmen wir sie an, lassen wir uns berühren, von der Liebe Gottes anstecken, überwinden wir die trennende Wand
und gelangen gläubig vertrauensvoll zum gelobten Land.

O mein Jesus hilf.

Amen Halleluja.