„Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke.“ (Philipper 1, 3)

Liebe Gemeinden in Bad Nenndorf, Bückeburg, Rinteln und Stadthagen,
mit diesen Worten des Apostels Paulus möchte ich mich an Sie wenden – Worte, die mir tief aus dem Herzen sprechen. Sie kamen mir in den Sinn, als ich mich heute hinsetzte, um Abschied zu nehmen. Abschied von vier Jahren (in Bückeburg und Stadthagen) (zwei Jahren in Bad Nenndorf und Rinteln) gemeinsamen Weges voller Begegnungen, voller Leben, voller Glaube – mit Höhen und Tiefen, Licht und Schatten, Zweifeln und Segen.
Ich durfte mit Ihnen leben, feiern, beten, trauern und hoffen. Ich denke zurück an meinen ersten Gottesdienst in Ihren Gemeinden – an die vielen erwartungsvollen Gesichter, an offene Herzen und unbekannte Namen. Aus Fremden wurden Vertraute, aus Vertrauten Freunde, aus vier Gemeinden wurde für mich Heimat.
Ich habe so viel empfangen – mehr, als ich je in Worte fassen kann: Vertrauen, Mitgehen, Gebet, Geduld. Wir haben das Leben miteinander geteilt – in freudigen Momenten wie Taufen, Erstkommunionen, Firmungen und Hochzeiten, in fröhlichen Festen und stillen Gebeten. Aber auch in den schweren Stunden durften wir einander tragen – in Krankheit, in Abschieden und in der Trauer.
Als Ihr Priester durfte ich oft mitten in Ihr Leben hineinsprechen, Sie begleiten, segnen, Ihnen zuhören – und selbst so viel lernen. Für all das bin ich Ihnen von Herzen dankbar.
Jetzt heißt es Abschied nehmen. Nicht, weil ich Sie vergesse – das werde ich gewiss nicht. Sondern weil Gott mich weiterführt, auf neue Wege, zu anderen Menschen, die auf Seelsorge warten. Ich gehe nicht, weil es hier nichts mehr zu tun gäbe – sondern im Vertrauen, dass der gute Hirte, der uns alle begleitet, auch Sie weiterhin führen wird.
Halten Sie fest an der Gemeinschaft. Tragen Sie einander weiter im Gebet. Kirche lebt nicht allein durch Priester – sondern durch Sie: durch Menschen, die im Alltag glaubwürdig lieben, hoffen und handeln.
Ich gehe mit einem Herzen voller Erinnerungen – an strahlende Augen, stille Begegnungen, gelebten Glauben. Und ich lasse ein Stück meines Herzens hier, bei euch, in euren Gemeinden, die mich tief geprägt haben.
Ich danke Ihnen und euch allen von Herzen – aufrichtig, mit großer Freude. Für die gemeinsame Zeit. Für Ihr Vertrauen. Für all die Unterstützung, das Mittragen, das Mitbeten. Herzlichen Dank für Ihren unerschütterlichen Glauben, Ihre großzügigen Herzen und Ihre aktive Präzenz in unseren Pfarrgemeinden.
Ich freue mich sehr, dass ich mich auch persönlich bei Ihnen verabschieden darf – und lade Sie herzlich zu den
Abschiedsgottesdiensten ein:
Bad Nenndorf: 20. 07.,
Rinteln: 27. 07.,
Bückeburg: 21.09.,
Stadthagen: 10. 08.
In diesen Gottesdiensten möchte ich mich in jeder Gemeinde ganz persönlich bedanken.
Vergelt’s Gott – für alles. Ich werde mit Ihnen im Gebet verbunden bleiben.
Mit herzlichem Dank und in christlicher Verbundenheit,
Ihr/ Euer Pater Jacob